Eden’s Edge
Das PEEK-Forschungsprojekt Eden’s Edge untersuchte Landschaft als erzählerischen und kulturell geprägten Raum. Ausgangspunkt war die Frage, wie Popkultur, Film, Medien und narrative Strukturen unsere Wahrnehmung von Landschaft beeinflussen und formen. Im Zentrum stand dabei nicht Landschaft als statische Umgebung, sondern als relationales Gefüge aus Geschichten, Bildern, Projektionen und sozialen Beziehungen.
Das transdisziplinäre Projekt verband künstlerische Forschung, Landschaftsdesign, Film, Theorie und Feldforschung. Gemeinsam mit internationalen Künstler und Forscher wurden Methoden entwickelt, um narrative Strategien — insbesondere Drehbuchschreiben und filmische Dramaturgie — als Werkzeuge zur Untersuchung und Gestaltung räumlicher Beziehungen einzusetzen. Ein wesentlicher Teil der Recherche fand in der kalifornischen Wüste statt, deren ikonische Rolle innerhalb filmischer und kultureller Landschaftsbilder untersucht wurde.
Besonders interessant war dabei die Verbindung von Landschaft und Narration: Wie entstehen Landschaften durch Geschichten? Welche Bilder prägen unsere Vorstellungen von Orten? Und wie verändern Erzählungen die Art, wie wir Räume wahrnehmen und nutzen?
Viele der Fragestellungen, die im Rahmen von Eden’s Edge entwickelt wurden, prägen meine künstlerische Praxis bis heute. Das Projekt hat mein Verständnis von Landschaft als dynamischem und sich ständig wandelndem Gefüge aus Beziehungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteur, ökologischen Prozessen, kulturellen Narrativen und Formen der Repräsentation nachhaltig beeinflusst.
Besonders prägend war für mich die Erkenntnis, dass Landschaft nicht einfach vorhanden ist und betrachtet wird, sondern durch Wahrnehmung, Erinnerung, Geschichten, Bilder und gesellschaftliche Praktiken kontinuierlich hervorgebracht wird. Im Verlauf der Forschung interessierte mich zunehmend, wie Landschaften imaginiert, erzählt und konstruiert werden und wie diese Vorstellungen wiederum unsere Beziehung zu den Orten und Umwelten beeinflussen, in denen wir leben.
Diese Fragen begleiten meine Arbeit bis heute. Ob in Malerei, Musterforschung, Materialexperimenten oder künstlerischer Recherche – immer wieder beschäftige ich mich mit Spuren, Verbindungen und verborgenen Strukturen, die sichtbar machen, wie Orte durch sichtbare und unsichtbare Kräfte geformt werden. Eden’s Edge hat meinen Blick auf Landschaft als relationalen Raum geschärft: als ein Feld, in dem Ökologie, Imagination, Geschichte und kulturelle Erinnerung untrennbar miteinander verwoben sind und sich fortlaufend gegenseitig beeinflussen.